Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung
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ICD-11 Feldtestung - Validierung der ICD-11 Betaversion im Bereich Handchirurgie

Beschreibung

Die handchirurgische operative und konservative Versorgung zeichnet sich durch die Versorgung eines Patientenguts mit einem breiten Spektrum an Einfach- und häufig auch komplexen Mehrfachverletzungen sowie von Erkrankungen der Hand aus. Für eine adäquate Abbildbarkeit der diagnosebezogenen Informationen von Einfach- und zum Teil komplexen Mehrfachverletzungen sowie Erkrankungen der Hand ist eine exakte, eindeutige und zuverlässige (reliable) Kodierung über die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellte ICD unabdingbar. Bisher stellt vor allem die Kodierung von komplexen Mehrfachverletzungen mit teilweise einer Vielzahl von betroffenen anatomischen Strukturen in der ICD-10-GM (German Modification) für das mit der Kodierung betreute Fachpersonal eine Herausforderung dar. Um auch zukünftig eine exakte, eindeutige und auch reliable Kodierung von Patientenfällen im Bereich der handchirurgischen Versorgung vornehmen zu können, ist die Abbildbarkeit dieser Fälle in der für 2018 angekündigten 11. Revision der ICD (https://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-11/index.htm) eine unabdingbare Voraussetzung. Die Benennung von konkreten Problemen und Herausforderungen bei der Anwendung der derzeit verfügbaren ICD-11 Betaversion im Bereich Handchirurgie sowie Änderungsvorschläge für eine Anpassung der zur Verfügung stehenden Codes sollen die weitere Ausarbeitung bzw. Finalisierung der ICD-11 MMS (Mortality and Morbidity Statistics) unterstützen.

An der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Studie beteiligt sich der Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) mit einer fallbezogene Validierungsstudie. In der Studie wurden 300 Patientenfälle unter Verwendung epikritischer Informationen mit der ICD-10-GM und der ICD-11 Betaversion kodiert. Die Abbildbarkeit der Fälle in ICD-10-GM und ICD-11 wurde dargestellt und die Vollständigkeit der verfügbaren Kodierungen in der ICD-11 überprüft. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf mögliche Lücken in der Abbildbarkeit von komplexen Mehrfachverletzungen in der ICD-11 gerichtet. Als ergänzende Substudie wurde erstmals auch die Anwendbarkeit der sogenannten „Supplementary section for functioning assessment“, Kategorien der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), die in der ICD-11 enthalten sind, geprüft.

Kooperationspartner

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH)

DGH_Logo

Laufzeit

März 2017 bis August 2017

Förderung

Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert.

BMG_Logo

Anprechpartnerin

Dr. Michaela Coenen, MPH
Leitung der Forschungseinheit für Biopsychosoziale Gesundheit
Michaela.Coenen@med.lmu.de

Mitarbeiterin

Angelika Eisele, MPH
Wissenschaftliche Mitarbeiterin